Ein Kochbuch über eine vegane Diät und einen ausgewogenen und gesunden Lebensstil.
Doch neben Lobpreisungen werden auch Kritiken laut, der Autor Atilla Hildmann sei nicht konsequent genug und verweise immer wieder darauf, dass es nicht schlimm sei, auch mal etwas Tierisches zu essen oder ein Paar Lederschuhe zu tragen ². Diese verständliche Kritik in allen Ehren, stellt sich mir aber die Frage, ob Atilla Hildmann nicht gerade mit dieser lockeren Art über den Veganismus zu reden, es schafft, Menschen zu überzeugen, sich vegetarisch oder gar vegan zu ernähren, die vorher nicht offen für das Thema waren. Die Annäherung an das Thema wird nett und gesund gestaltet, so ist es nicht schlimm, auch mal zu versagen.
Die Diät ist folgendermaßen gestaltet: 30 Tage lang ernährt man sich nach den ausgewogenen und zahlreichen Rezepten im Buch. Von Pancakes über Pizza bis Eis und Pralinen ist alles dabei. Einziger Haken sind die besonderen und meist unbekannten Lebensmittel. Alles biologisch nach dem Buch einzukaufen ist für Schüler, Studenten und andere Personen mit wenig Einkommen fast unmöglich. Fuchst man sich aber in die Rezepte rein und vergleicht Preise, versucht Nussmus beispielsweise selber zu machen, kann es trotzdem klappen, sich nach dem Buch zu richten.
Man merkt recht schnell, wie die Pfunde purzeln, ohne dass man hungert oder übermäßig viel Sport treibt. Gleichzeitig wird man aber animiert mehr zu trinken und Sport zu treiben, was wohl dem ein oder anderen schon ganz gut tut. Mein persönliches Ergebnis waren 3,6kg Abnahme in 4 Wochen, was ich vollkommen ausreichend und gesund empfinde. Nach einer Entgiftungsphase verschwanden Pickel und auch meine Regelschmerzen vollkommen.
Somit führt Atilla Hildmann mit seinem Buch jeden spielend an die vegane Ernährungsweise ran und positiviert dies noch mit dem Gesundheitsakpekt. Der Run auf bestimmte Lebensmittel aus dem Buch hat deutlich zugenommen und so kommt es auch vor, dass Nussmus und Amaranth bei DM ausverkauft ist. Positiver Effekt des Buches ist es also auf jeden Fall, dass eine breitere Masse biologische, vegane Produkte kauft und sich mit den Lebensmittel, die wir täglich konsumieren auseinandersetzt.
Das Geld, was er mit dem (meiner Meinung nach teurem) Buch und der Werbung für bestimmte Produkte, die in seinem Buch auftauchen, verdient, die Selbstdarstellung, die er im Buch und auch außerhalb vornimmt und auch die nicht ganz konsequente Art den Veganismus zu leben, sind für mich daher vollkommen hinnehmbar. Denn sein Konzept funktioniert und die Anzahl der Vegetarier und Veganer wächst, auch durch ihn, täglich. Und für mich persönlich kann ich nur feststellen, dass mir die Ernährungsweise sehr liegt und mir Probleme im Leben nimmt.
¹ Amazon, Bücher, Bestseller. http://www.amazon.de/gp/bestsellers/books, abegrufen am 28.04.2013.
² Vegan ernähren ohne Dogmen: Interview mit Attila Hildmann, in: Living at Home. http://www.livingathome.de/kueche/interview-mit-attila-hildmann-61434.html
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen