Samstag, 27. April 2013

Nachhaltige Kleidung



Zugern mag man sich den Versuchungen der großen Kaufhäuser hingeben, schnell, billige, modische Kleidung zu konsumieren. So passiert es auch, dass Kleidung im Schrank landet, die man kaum bis gar nicht trägt. Die dort liegt bis man die passende Figur hat oder sich der passende Anlass bietet. Typisches Verhalten in einer Konsumgesellschaft, in der alles suggeriert, dass man immer mehr haben muss und mit bestimmten Kleidungsstücken NOCH besser aussieht, besser ankommt und überhaupt mehr Chancen im Leben hat. Lässt man den sehr kritisch zu betrachtenden Fakt weg, dass immer jüngere und dünnere Models für die großen Modehäuser werben, bleibt auch ein überaus schaler Beigeschmack bei den Produktionsbedingungen in fernen Ländern. So sollte sich jeder bewusst machen, dass man durch den Kauf von Firmen wie H&M Kinderarbeit und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen unterstützt. Die Frage ist selbstverständlich, was man mit einem niedrigen Budget im Monat machen kann, anstelle Kleidung von H&M, Primark und Co. zu kaufen.


1. Was brauche ich wirklich?

Wie viel Kleidung brauchen wir wirklich? Diese Frage sollte man sich tatsächlich stellen. Ich bin da leider keine Ausnahme. Auch bei mir liegen viele Klamotten im Schrank, die ich kaum bis gar nicht trage.
Die Frage soll nicht bedeuten, dass man nur noch ein T-Shirt, eine Hose und ein Paar Socken im Schrank haben sollte, doch hinterfragen, was man tatsächlich trägt oder was man wirklich benötigt, sollte man schon. Ich handhabe das meist sehr einfach, die unterste Schublade in meinem Schrank dient für Kleidung, die ich kaum trage. Bemerke ich, dass mir Kleidungsstücke nicht (mehr) gefallen oder ich sie nicht trage, wandern sie nach ganz unten. Nach ein bis zwei Monaten merke ich leicht, ob ich das Teil vermisst habe oder nicht. Wenn nicht, dann kann man sie in die Altkleidersammlung geben, auf Flohmärkten verkaufen oder, und so kommen wir zum nächsten Punkt, im Internet wieder verkaufen.


2. Secondhand

Secondhandläden im Umfeld oder auch im Internet biete eine gute Plattform um gebrauchte Klamotten für wenig Geld zu verkaufen und kaufen und steuern gegen unsere Wegwerfgesellschaft, die den Menschen und der Umwelt extrem schadet. Der Gang zum Secondhandladen oder Umsonstladen lohnt sich, wenn man in der Stadt wohnt, auf jeden Fall, denn so kann man sich auch mit wenig Geld Kleidung kaufen und gleichzeitig seine eigenen Sachen, die man nicht mehr trägt verkaufen oder verschenken, ohne sie wegzuwerfen zu müssen. 
Wer keine Secondhandläden in seiner näheren Umgebung hat, kann auch auf Internetseiten wie eBay oder Kleiderkreisel zurückgreifen. Kleiderkreisel bietet zudem die Möglichkeit Kleidung zu tauschen, wodurch neben der Versandkosten, keinerlei andere Kosten entstehen. Dies macht die Seite wesentlich attraktiver als eBay, die immer höhere Verkaufsprovisionen nehmen. Außerdem werden die Preise von einem selbst festgelegt und können verhandelt werden. Und wenn ich für meine Kleidung mal nicht so viel Geld wie erwartet bekomme, freu ich mich immer für denjenigen, der eventuell noch weniger Geld hat und dem ich es trotzdem ermögliche gute Kleidung zu haben.
Aber vielleicht sollte auch auf privater Ebene gedacht werden, verschenkt oder tauscht doch auch mal im Freundeskreis!


3. Faire, biologische Kleidung

Der nächste und wahrscheinlich beste Punkt bei der Anschaffung neuer Kleidung sind für mich die biologischen Läden. Diese findet man leider nur in Großstädten, wie Berlin oder Hamburg. Wenn man, wie ich, kaum Möglichkeiten hat, auf diese zuzugreifen, dann muss wieder das gute Internet her. Die derzeit besten Läden in der Hinsicht sind für mich AvocadoZündstoff und Armedangles. Auf diesen Internetseiten könnt ihr fairtrade, vegan, faire und biologische Kleidung kaufen. Die hat selbstverständlich ihren Preis, aber ich spare lieber auf meine nächste Jeans, anstatt Hosen für 19€ aus Kinderarbeit mit Schadstoffen zu kaufen.


4. Selbstmachen

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Für den ein oder anderen begabten wohl auch ganz interessant, ist das Selbernähen. So kann man sich ganz sicher sein, das die Arbeitsbedingungen fair sind und der Stoff biologisch. Wer unbegabt oder sehr begabt ist, kann auch auf Dawanda zurückgreifen. Auf dieser Seite könnt ihr eure eigenen Kreationen verkaufen und selbstgemachte Kleidung von anderen kaufen. So kann man teilweise auch Geld sparen, junge Designer unterstützen und gleichzeitig noch Einzelstücke besitzen.




Wenn man bei der Kleidung spart, muss man immer auch mit einbeziehen, dass es meist die Arbeitskosten sind, bei denen gespart wird. Unser jetziges Gesellschaftssystem trägt dazu bei, dass wir Menschen für Hungerlöhne versklaven, damit wir die neuste, modischste Jeans im Schrank liegen haben. Ob man das tatsächlich für vertretbar hält, mag ich bezweifeln. Daher sollten die Alternativen, die es tatsächlich gibt, jedem bewusst gemacht werden.


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